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Die Mobilität von morgen entlang der großen Verkehrsachsen sieht deutlich autoärmer als heute aus. Durch eine effektive Parkraumbewirtschaftung entfallen Anreize zum Besuch der Innenstadt mit dem Auto. Personen, die von weiter weg mit dem Auto nach Düsseldorf fahren, steigen bereits vor oder an der Stadtgrenze in den ÖPNV um. Aus diesem Grund ist der KFZ-Verkehr an den großen Verkehrsachsen deutlich zurückgegangen. Zeitgleich verfügen die großen Verkehrsachsen über robuste schienengebundene Massenverkehrsanlagen, die in solch einer Frequenz unterwegs sind, dass Fahrpläne faktisch nicht mehr nötig sind. Dabei ist es nicht nötig geworden, die Achsen zum Bau von U-Bahnen zu untertunneln, sondern der vorhandene Raum wurde konsequent umverteilt. Der ÖPNV wird in seinem Platzbedarf konsequent priorisiert.

Ebenso verfügen alle Hauptverkehrsachsen über geschützte Radverkehrsanlagen. Da die Hauptverkehrsachsen sich häufig dadurch auszeichnen, dass sie die direktesten Verbindungsrouten zwischen wichtigen Punkten auf der Karte sind, ist es auch für Radfahrende wichtig, diese anstelle von ruhigeren Umwegen zu nutzen. Auch Gehwege wurden sukzessive auf ein ausreichendes Maß verbreitert. Der dann übrig bleibende Raum steht dem Autoverkehr frei. Oberflächenparkplätze für Autos gibt es an Hauptverkehrsachsen nicht, da sie den fließenden Verkehr behindern und zu viel Platz in Anspruch nehmen.

Das Geschwindigkeitslimit an Hauptverkehrsachsen beträgt bei entsprechend geschützten Radwegen und eigens geführten Straßenbahnen weiterhin 50 km/h. Wo dies nicht gewährleistet ist, wurde die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Im kompletten Innenstadtbereich liegt die Geschwindigkeit bei 30 km/h.

Durch die beschriebenen Entwicklungen ist das Straßenlärmaufkommen an Hauptverkehrsachsen kontinuierlich gesunken. Das hat die Lebensqualität an viel befahrenen Straßen deutlich erhöht und eine Nachverdichtung attraktiv gemacht. Vorrangig wurden leerstehende Bürogebäude zu Wohnraum umgewandelt und flache Bauten aufgestockt. Der Erhalt von Grünflächen und der Baumschutz haben deutlich an Wert gewonnen. Darüber hinaus liegt das mehrgeschossige Stadthaus angelehnt an die Bauten des letzten Jahrhunderts wieder in Mode und ein kleinteiligerer Wohnungsbau wird der Bebauung großer Freiflächen mit frei stehenden Wohnanlagen vorgezogen. Die Gebäude werden möglichst nah am Gehweg gebaut und lassen zwischen Nachbargebäuden keine Lücke, um das Nachbarschafts- und Belebtheitsgefühl der Straße zu betonen.

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