Kernstadt erfordert Neudenken

Natürlich gibt es noch enormes Entwicklungspotenzial in der Kernstadt:

a) Verdichtung und Attraktivität kann durch Hochhausentwicklungen geschehen bzw gesteigert werden. Die Eingriffe sind geringer als was Raumwerk D vorschwebt. Eine Überbauung der Tuchtinsel und Kaufhof am Wehrhhahn sollte möglich sein und nicht sofort abgelehtn werden. Der aktuelle Hochhausrahmenplan passt nicht mit der Idee der Kernstadt überein. Hochhäuser können bzw. sollten sich in der Kernstadt wiederfinden (Berliner Allee).

b) Eine Ansiedlung von kulturellen Einrichtungen (wie Z.B. der Oper) außerhalb der Kernstadt (im Medienhafen) muss daher unterbunden werden. Andersherum ausgedrückt, die Ansiedlung in der Kernstadt muss präferiert werden.

b2) Es ist fraglich ob der Blau-Grüne Ring unbedingt das richtige Konzept für eine Kernstadt Perspektive ist.

c) Auch daraus resultierend: Wohnen sollte dann in der Kernstadt eine untergeordnete Rolle spielen. Nicht komplett verschwinden, aber es sollte nicht das Hauptaugenmerk sein. Wenn, dann Mischnutzung.

d) Zufahrtsbeschränkungen (City Maut, Einbahnstraßen) sorgen für geordneten Verkehr. Tunnel und äußere Verbindungen (Bundesstr.) sorgen dafür dass der Durchgangsverkehr (Nord-Süd) nicht durch die Kernstadt geschleust wird – insbesondere nicht überirdisch (Friedrichstr. / Kasernenstr. als Durchfahrtsstraßen).

e) Inhabergeführte Geschäfte sollten subventioniert werden in der Kernstadt (Gewerbesteuer-Hebesatz z.B.).

f) Ein City Manager für die Einkaufsstraßen sollte von der Politik gefordert und unterstützt werden (s. IHK).

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6 Antworten

  1. Zu den Kommentaren unter diesem Beitrag kann ich nur so viel sagen, als das man nicht immer den Vergleich mit FFM, NewYork o.ä. nenne sollte, da Düsseldorf andere Werte hat. Die Hochhausplanung ist unumgänglich, Egal ob für Offices oder Wohnungen. Begrünungen sollen hier und da jedenfalls stattfinden. Verdichtung durch Hochhäuser und Aufstockung bereits vorhandener Gebäude (auch über 10 Etagen) sollte machbar sein und auch geschehen. Sehe dem Thema Hochhausbau eher entspannt und offen für alles entgegen. Solange man es nicht übertreibt sollte die Stadt keinen Schaden daran nehmen.

  2. Stimme Ihnen zu! Sehr gute Punkte. Da wäre ich für, wenn die Stadtverwaltung sich da dran traut.

  3. Frankfurt sollte als abschreckendes Beispiel immer ernst genommen werden. Sieht die Silhouette in Filmen noch cool aus, ist die Wirklichkeit bei einem Spaziergang ernüchternd: Sichtachsen sind zerstört, Ausblicke verunstaltet, schöne ältere Gebäude werden erdrückt. Hässlichkeit ist Trumpf.

  4. Ich finde die Grundlegenden Punkte sehr gut! Wie ja viele hier bereits schreiben ist die Sehnsucht nach Großstadtflair ungebrochen. Habe mir mal die bisherigen Beiträge durchgelesen und gerade was das Thema Hochhausbau angeht finde ich, sollte man den ständigen Vergleich mit Frankfurt etc. sein lassen. Hierbei handelt es sich um ein Totschlagargument was sich gegen Hochhäuser richtet. Man sollte grundsätzlich die Planung und den Bau von weiteren Hochhäusern forcieren. Natürlich nicht Hochhaus an Hochhaus aber mal ehrlich, man muss in den nächsten Jahren was das Thema angeht endlich mehr tun und mutiger sein. Andere Städte sind uns da leider meilenweit voraus. Von meiner Seite aus jedenfalls gibt es ein klares PRO! was Hochhäuser in Düsseldorf angeht!!!

  5. Tut mir wirklich Leid, aber das ist völliger Blödsinn!
    A) Wir sind nicht Frankfurt oder New York! Eine Verdichtung der Gebäude in der Altstadt ist sicherlich nicht verkehrt. Aber ich empfehle max. 2-3 Stockwerke. Eine Hochhaussiedlung würde das gesamte Stadtbild zerstören. Wir haben jede Menge gewerblichen Leerstand. Corona wird dies noch verstärken. Jeder 2. Laden in der Altstadt hält nicht länger als 3 Jahre. Selbst die Nobelläden und alle Banken ziehen sich von der Kö zurück.
    B) Eine Entzerrung ist wirtschaftlich und auch Städteplanerisch absolut sinnvoll. So wird (inhabergeführter) Einzelhandel auch ohne Subventionen in den Stadtteilen gefördert und der Verkehr entzerrt.
    C) Die Alt-/Carlstadt ist bevorzugte Wohnlage. Ich selbst bin dort aufgewachsen. Viele auch ältere Menschen schätzen die Nähe zu Rhein, den Einkaufsmöglichkeiten und die gute Anbindung.
    D) Für eine Bündelung von vorzugsweise ausschließlich Gewerbe ist die Stadt überhaupt nicht ausgelegt.
    Jeder der an einem Verkaufsoffenen Samstag/ Sonntag mal in der Stadt war, weiß, dass der ÖPNV/der Verkehr mit einer Bündelung völlig überfordert ist.
    Gerade die Einbahnstraßen sind durch Parkplatzsucher völlig verstopft.
    E) Wofür? Mit einer Verteilung von Gewerbe durch das ganze Stadtgebiet auf alle Strassen mit Bahnanbindung entsteht eine endlose Einkaufsstraße (z.B. vom Aachener Platz bis zum Staufenplatz/ von der Eckener Str. Bis zur Vennhauser Allee). Parken kann man dann um und im ganzen Stadtgebiet, welches den Verkehr entlastet. Kurze Wege werden zu Fuß erledigt. Längere können dann mit der U-Bahn erledigt werden.

  6. Die Betrachtungen für eine Kernstadt nur aus der Hochhausperspektive greift zu kurz. Eine Hochhausmeile Berliner Allee spiegelt amerikanische Stadtmuster wieder, die sich in der Belebheit am Abend an Ödnis nicht übertreffen lassen.
    Eine Kernstadt muss lebenswerte Perspektiven und Räume bieten.

    Dafür sind Hochhäuser aber nur eine Möglichkeit – die auch, wenn sie üppig (und nicht alibi-)begrünt sind (siehe Singapur) Lebensqualität schaffen können. Sie müssen aber in die gewachsenen Strukturen passen.
    Warum also nicht die Oper auf dem Gelände des Kaufhof am Wehrhan neu denken und hierbei gelich das Karstadt-Gebäude mit einbeziehen – denn hierfür finden sich andere Flächen. Somit würde zentral und gut erschlossen ein großer Raum für Kultur frei sowie auch Überbauungsideen (der Tonhallenstr.) inklusive Wohnen frei.
    Denn mit schrumpfendem Einzelhandel werden die Menschen nur in der Stadt bleben, wenn dort Leben – und zwar auch in Form von Wohnen stattfindet.

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