Innerstädtischer Verkehr

Ich denke eine behutsame Nachverdichtung und auch die Beibehaltung einer Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit hat viele Vorteile. Es sind vor allem die kurzen Wege die hier manche Verkehrsströme gar nicht erst entstehen lassen. Die geringeren Distanzen zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport oder auch zu andern Dingen im alltäglichen Leben können außerdem sehr gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn in kurzer überwunden werden. Auch ist die Lebensqualität in gemischten Vierteln wesentlich höher und die Nähe zur Kernstadt hat ebenso viele Vorteile. Hier Wünsche ich mir dringend eine grundlegende Überarbeitung unseres Rheinbahnnetzes. Es wird mir da zu viel in bestehenden Linien und Strecken gedacht. Wenn ein Neubaugebiet erschlossen wird dann fährt eine bestehende Buslinie einfach noch ein par Milchkannen mehr an ( das heißt sie macht einen Schlenker/ Umweg) und wird somit insgesamt unatraktiver (Verlängerung der Fahrzeit von A nach B). Die Verbindungen zwischen den Stadtteilen muss hier auch in den Focus rücken. Wir wohnen nahe der Werhanlinie. Ein Traum. Allerdings nur solange man sich auf den Hauptstrecken der Stadtbahn bewegt. Will man in die Stadtteile, insbesondere in Ecken die nicht an den Haupttrassen liegen, wird es schwierig. Zumindest dauert es dann deutlich länger als mit dem PKW durch (mehrfaches) Umsteigen und nicht getaktete Anschlüsse. Auch fehlt eine echte Ringlinie, vorzugsweise Schienengebunden. Andere große Städte haben das.
Was wichtig ist: In den Stadteilen muss auch Leben möglich sein, dazu gehört auch das beim Italiener um die Ecke nicht bereits um 22.00 Uhr der OSD vor der Tür steht weil ein Gast auf der Terrasse zu laut gelacht hat. Und wenn der Handwerker Samstags morgens noch eine Lieferung benötigt, seis drum. Auch der Sportverein muss am Wochenende seine Spiele bestreiten können, vom Brauchtum mal ganz zu schweigen. Diese weichen Faktoren sind neben baulichen Maßnahmen elementar für ein urbanes Leben. Hier muss endlich einmal umgedacht werden, auch seitens der Behörden. Es ist in der Regel ja meist der berühmte einzelne Nachbar der sich (oft zu Unrecht) beschwert. Hier git leider zu Oft das Prinzip: Wer am lautesten Schreit hat Recht bzw. es kann ja nicht sein das immer nur die Interessen einzelner über das Gesamtwohl gestellt werden.
Weiterhin muss natürlich gewährleistet sein das die Mieten erschwinglich sind. Es macht einfach keinen Sinn wenn sich Menschen, die fußläufig ihren Arbeitsplatz erreichen könnten (z.B. Einzelhandel, Handwerk, Pflegeberufe etc. sowie Kleingewerbe) die Mieten in dem Viertel nicht bezahlen können. Man sollte Genossenschaften und städtische Wohnungsbaugesellschaften bevorzugen. Eigenheime gehören im übrigen wegen dem begrenzten Platz nicht in die Kernstadt bzw. Innenstadt.

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2 Antworten

  1. Hierzu gehört meiner Meinung nach auch der völlig ungeregelte Autoverkehr aus dem Umland zu Freizeitzwecken. Ich habe letztens z.B. mit Entsetzen mitbekommen, wie Kölner, Leverkusener, Essener und andere Kfz z.B. Kaiserswerth an einem Sonntag überflutet haben – wer will da auf die Dauer noch wohnen – und ich als Düsseldorfer wollte dort nur noch weg. Es ist schön, wenn andere Menschen aus dem Umland unsere Stadt schön finden, aber wir können uns nicht einfach so überrollen lassen. Wo waren da die neuen verkehrssteuernden Ampeln unseres OB? Und warum gibt es dort in diesen Hotspots in den Seitenstraßen nicht ausschließlich Anwohnerparkplätze (die die Anwohner auch dementsprechend bezahlt/zugewiesen bekommen haben)? Wenn die großen Parkplätze/Parkhäuser „dicht“ sind, muss schon von langer Hand abgewiesen werden. Ähnliche Situationen gibt es z.B. auch in Oberkassel oder Unterbilk, wenn irgendwelche „angesagten“ Termine in der Stadt sind… Dadurch werden wir Düsseldorfer stark in unserem Erholungsbedürfnis in der Freizeit eingeschränkt. Denkt da jemand dran?

  2. das unterstütze ich voll – die Stadt muss ein regelgerichtetes Konzept haben – anstatt auf die Befindlichkeiten Einzelner zu achten. Das beinhaltet auch, dass nicht für diejenigen, die das meiste Geld für ein Eigenheim haben, eine Verkehrsstrecke getunnelt wird, damit sie keinen Lärm zu ertragen haben – und für diejenigen, die unweit der Bahnstrecken wohnen (irgendwo müssen sie ja fahren und auch unsere Güter transportieren) wird noch nicht einmal an Lärmschutzwände gedacht.

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