Dort leben wo man wohnt

Wir sind als junge Kleinfamilie von der Kernstadt in die äußere Stadt gezogen und genießen den niedrigeren Lärmpegel und allgemein geringere Personendichte im freien. In der Kernstadt war dies unerträglich geworden. Autos, Bus, Bahn, Rad, Einsatzwagen, die Geräuschkulisse des Stadtlebens und teils bedrückende Menschenmengen am Rhein und in auf jedem Quadratzentimeter Grünfläche. Als Kernstadt-Stadtbewohner konnten wir dies einfach nicht mehr genießen, da die Stadt regelmäßig aus allen Nähten Platzt und es keine Lebensqualität mehr war. Hier ist nun fast das Gegenteil. Schöne Ecken werden kaum genutzt weil es einfach kaum Angebote gibt, die zum Verweilen einladen. Es fehlen ruhige Flanierwege, freizeittaugliche Spaziermöglichkeiten für Familien (jung und alt), Barrierefreie Wege, Mülleimer, Sitzbänke, gepflegte Imbiss und Gastronomieangebote. Kein Wunder, dass alle auf die Rheinuferpromenade oder ins die Altstadt gehen um am Stadtleben teilzuhaben.
Lokale Sport- und Kulturvereine können enger mit Kaufleuten und Fachgeschäften arbeiten, um im jeweiligen Stadtteil präsenter zu sein durch Feste, Aktionen, Wettbewerbe, Spenden-Events oder Gemeindeprojekte. Jedes Stadtteil könnte ein oder mehrere multikulturelle Events organisieren oder kulinarische Angebote präsentieren. Jedes Stadtteil sollte über einen bekannten und beworbenen Treffpunkt für Inklusion und Diversität verfügen. Es muss nicht immer das überfüllte und teure Frankreichfest oder der Japantag sein. Es gibt so viele Menschen die aus gesundheitlichen Gründen, eingeschränkter Mobilität oder geringer finanzieller Mittel kaum bis garnicht an Veranstaltungen in der Innenstadt teilnehmen können.
Die äußere Stadt verdient ihre Charm-Ecken, wo sich kleine feine Geschäfte, Cafés, Kunsthandwerker, Boutiquen usw. die Miete leisten können und mit ihrer Vielfalt die Stadtteile bereichern.
Das würde die Altstadt entlasten und eine vielfältigere Wohn-und Lebensqualität im gesamten Stadtgebiet bieten. Die Stadtverwaltung kann hier gezielt potenzielle Standorte identifizieren und im Rahmen von Entwicklungsprojekten die Stadtteile gezielt aufwerten. z.B. durch das aktive Anwerben von Handwerksbetrieben und Gastronomie/ Geschäften, die in gewissen Gebieten fehlen. Auch könnte diese gezielte Anwerbung bereits bestehende Betriebe vor der Schließung bewahren, wenn die Umgebung für die Kaufkraft allgemein attraktiver wird. „Schandflecken“ wo sich illegal Müll ansammelt, oder Container die Wochenlang überfüllt sind, gehören im gesamten Stadtgebiet rigoros beseitigt. Wenn es sauber ist, lebt es sich auch abseits von Kö und Carlsplatz besser.

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