Freihaltung der Kaltluftflächen und Frischluftschneisen im Düsseldorfer Norden

Bereits das Klimaanpassungskonzept des Umweltamtes der Stadt Düsseldorf hob hervor, wie wichtig die Freiflächen und Frischluftschneisen im Düsseldorfer Norden für ein gutes Klima in der Stadt sind. Dargestellt ist dies auch in der Planungshinweiskarte der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Landwirtschaftliche Flächen und Grünflächen zwischen Kalkum bzw. Wittlaer und Angermund sollen vollständig erhalten bleiben.
Die noch erhaltenen Freiflächen an den Rändern dieser Ortsteile sollen dauerhaft als Grünflächen verbleiben, ökologisch aufgewertet, mit Bepflanzung angereichert und planerisch gesichert werden. Die Lebensräume der bereits dort beheimateten Tier- und Insektenarten sind zu verbessern.
Nur die Freiflächen innerhalb bestehender Bebauung können ggf. entwickelt oder verdichtet werden. Hierbei ist der ländliche Charakter der Ortsteile des Düsseldorfer Nordens zu erhalten. Die prägenden Gebäudehöhen und Geschosszahlen der vorhandenen, näheren Umgebung sind zu beachten. Die Ränder dieser Ortsteile sollen mit niedriger, aufgelockerter Bebauung zur freien Landschaft übergehen.
Die Realisierung neuer Bebauung auf Freiflächen innerhalb der Stadtteile, bzw. auf Freiflächen, die bereits mindestens dreiseitig von Bebauung eingerahmt sind, sollte nur erfolgen, wenn die Verkehrsprobleme dauerhaft in diesen Bereichen und von dort bis zur Innenstadt gelöst sind (siehe auch Nordbote 26.10.20 und 30.10.2020).
Bei diesen Neubebauungen innerhalb der Stadtteile ist auf
– hohe städtebauliche und architektonische Qualität,
– Abwechslungsreichtum im Hinblick auf die Architektur und im Hinblick auf die Straßen-, Fuß- und Radweggestaltungen sowie
– die Entstehung von städtebaulich ansprechenden Plätzen und Grünflächen zu achten.
Wird beispielsweise in Angermund das Zentrum erweitert durch die Bebauung der Wiese „Am Fettpott“ (Nordbote 5.2.21), sollte eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität an oberster Stelle stehen.
Der Wunsch vieler Angermunder ist ein kleiner „Dorfplatz“ mit großen Bäumen und Bänken mit einem kleinem Drogeriemarkt und einer Gastronomie für Familienfeste, die auf der Graf-Engelbert-Straße ersatzlos entfallen ist. Ergänzt werden kann dies durch architektonisch hochwertige, abwechslungsreiche und in Höhe und Geschossigkeit vollständig angepasste Wohnbebauung.
Auch sollte auf den Erhalt von historisch erhaltenswerten Gebäuden für die Stadtteile geachtet werden. Die Stadtverwaltung kann hier mithelfen Nachnutzer zu finden, so dass die historische Bausubstanz als prägendes Element für die Bürger und das besondere Gesicht der Stadtteile erhalten bleibt. Als Beispiel ist hier das „Haus Litzbrück“ (erbaut 1909) in Angermund zu nennen, was über die Stadtgrenzen bekannt ist. Viele Angermunder haben bereits darum gebeten den Erhalt und die Restaurierung zu unterstützen und es als hochwertige Gastronomie und „Wahrzeichen“ für den Stadtteil zu sichern (RP-online 17.03.20).

Wichtig für das Klima der Welt, wie für das Klima der Städte und auch unserer Stadt ist, dass die Einwohnerzahl besser stagnieren oder sinken sollte.
Dies ist in Düsseldorf auch glücklicherweise der Fall. Das Bevölkerungswachstum liegt nur noch bei 0,3% mit sinkender Tendenz. Der Leerstand der Wohnungen ist auf 13.500 Wohneinheiten gewachsen (Wohnungsreport der Stadt Düsseldorf 2020) und mehr als 7 % der Büroflächen stehen leer. Dieses bestehende Bauvolumen ist zu verbessern und zu nutzen.
Die Qualität der Stadt, ihres Klimas, ihrer Wohnquartiere, ihrer Grünflächen und ihrer Verkehrslösungen, ihrer sozialen Infrastruktur sollte verbessert werden.
Die Stadt- und Verkehrsplaner der Verwaltung sollten sich somit in den nächsten Jahrzehnten nahezu vollständig darauf konzentrieren die Qualität der bestehenden Verkehrs- und der Bebauungsstrukturen zu steigern!
Unser Bürgermeister Keller sagte hierzu „ein hoher Anspruch steht der Stadt gut zu Gesicht“ und im Fokus stehen über die Dezernatsgrenzen hinweg der Klimaschutz. (Düsseldorfer Anzeiger / Rheinischen Post 4KW 4/21).

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2 Antworten

  1. Die Freihaltung der Frischluftschneisen ist ein absolut wichtiger Punkt, vor allem mit Blick auf bereits geplante Bebauungsprojekte im Düsseldorfer Norden mit insgesamt vermutlich mehreren tausend neuen Mitbürger*innen und einer entsprechenden Flächenverdichtung. Da die Frischluftschneisen die Klimaanlagen der Stadt sind, sollten diese und benachbarte Freiflächen besonders geschützt werden. Ggf. wäre eine Verminderung der Bauflächen hier sogar angebracht.

  2. Wieso soll das Klimaanpassungskonzept nur im Norden beachtet werden – steht es etwa zur Debatte? Der Klimawandel stoppt mW nicht an Bezirksgrenzen.

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