Mobilität erhalten

Die Kernstadt lebt von Arbeit, Handel, Kultur und Gastronomie. Dieser Mix macht Düsseldorf zu Düsseldorf und muss erhalten bleiben, ja Pandemie-bedingt gefördert werden. Besonders die ersten drei Faktoren sind vom Mobilitätsanspruch der Menschen geprägt. Pendler strömen zu ihren Arbeitsplätzen, Kaufwillige, ja Kauffreudige bevölkern tagsüber die Innenstadt, besonders Kurzzeit-Touristen suchen Kurzweil in den vielen Kneipen und Restaurants der Kernstadt und last not least ziehen Museen, Bühnen und zahlreiche Events regelmäßig nicht nur Düsseldorfer in unsere Stadt.

Ihnen muss eine moderne Stadt wie Düsseldorf gerecht werden, sonst ist ein langsames Aussterben vorprogrammiert. Dazu gehört der Anspruch der Menschen, ihre avisierte Lokalität schnell und bequem erreichen und wieder verlassen zu können. Schnell, das heißt staufrei, direkt, ohne Wartezeit, ohne Hindernisse. Bequem, das heißt ohne im Regen zu stehen, ohne trampeln, ohne schleppen, ohne Umsteigerei, ohne Dreck und Schmiererei, auch für das Auge ansprechbar und mit einem Hauch von Individualität.

Bisher wurden die Ansprüche nur mit dem Auto befriedigt. Man kann das Auto verbieten, Hindernisse aufbauen, die einem Verbot gleich kommen. Bestimmt bleibt das Auto weg, aber dann auch die Menschen. Menschen, die in Düsseldorf einkaufen, die hier Unterhaltung suchen, die hier arbeiten. Die Geld ausgeben, die Straßen in der Kernstadt beleben. Man kann, man sollte Alternativen zum Auto schaffen. Das Fahrrad ist keine, es kann nur eine Ergänzung für einem eingeschränkten Personenkreis sein. Die Straßenbahn und der Bus sind es auch nicht. Wer will schon bei Wind und Wetter auf verspätete Busse und Bahnen warten, die auf Umwegen unterwegs sind, um dann auch noch mehrfach umsteigen zu müssen, um sein Ziel zu erreichen.

Bleibt ein dichtes, gut getaktetes U- und S-Bahn-Netz, in Kombination mit einem vernetzten P+R-System vor den Stadttoren. U-Bahn leitet sich übrigens von Untergrundbahn ab. Sie erfüllen die Kriterien an ein modernes Verkehrsmittel, welches dem Auto Paroli bieten kann. Sie erfüllen es aber nur, wenn die komplette Kombination angeboten wird, Stückwerk verpufft in seiner Wirkung und wird nur Widerwillig angeboten.

Verstehen wir den Menschen als Kunde, bieten wir im, was er will, mit annehmbaren Alternativen zum Auto, die seinen Ansprüchen gerecht werden. Kunden sollen sich wohlfühlen, damit sie bleiben oder wiederkommen. Blockieren wir ihn hingegen mit Verboten und Hindernissen (dazu gehören auch Parkgebühren), wird er sich einen anderen Ort zum Arbeiten und Einkaufen suchen. Orte, an dem er sich herzlich willkommen fühlt.

Axel Straßberger

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2 Antworten

    1. Genau das wollen viele Menschen nicht, mit Verboten auf Linie bringen. Wenn keine attraktive Alternative geboten wird, suchen sie sich selbst welche, z.B. der Einkauf im Internet, die Kurzweil ausserhalb der Stadt. In erster Linie wird das der Handel und die Gastronomie zu spüren bekommen. Im Zeichen der Lockdown-bedingten Wirtschaftskrise fehlt uns das noch.

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