kein Rheinhatten !

Der Trend zum Bau von Hochhäusern und der Irrglaube, dass diese Bauform die Lösung aller stadplanerischen Probleme sei, muss gestoppt werden. Der Bau und die Planung von Hochhäusern treibt die Bodenpreisentwicklung nur an, was auch für andere Projekte wie sozialer Wohnungsbau etc. Nachteile mit sich bringt, da diese als erste Opfer solcher Bodenpreisspekulationsspiralen werden. Zudem bringen Hochhäuser auch klimatechnisch und ökologische Probleme mit sich, die nich mit einer schlichten Begrünung gelöst werden können (Stichworte: Verschattung der Umgebung, Fallwinde, negative Beeinflussung von Frischluftschneisen etc.). Der letzte zu benennende Punkt ist ein ästhetischer: Wieviel Hochhäuser verträgt eine Stadt wie Düsseldorf? Wie viel städtische Individualität wollen wir behalten? Oder ist das Ziel eine optisch auswechselbare Stadt zu werden und im Gleichklang zu stehen mit Singapur, Frankfurt etc.? Wir sollten das „Dorf“ in Düsseldorf meines Erachtens nach nicht ganz aus dem Blick verlieren, denn dies macht derzeit die hohe Lebensqualität dieser schönsten Stadt am Rhein aus und nicht unzählige Hochhaus Prestigeobjekte die mehr dem (Star-)Architekten als der Bevölkerung dienen.

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3 Antworten

  1. Die Bedenken gegen die Hochhäuser sind sachlich und gut nachvollziehbar. Ich frage mich, wer eigentlich die Personen sind, die hier auf biegen und brechen Hochhäuser pushen wollen.

    1. Das wir ein Rheinhatten in Düsseldorf bekommen will ich auch nicht. Finde die Bebauung in Mainhatten langsam auch fürchterlich, weil man egal wo man hinguckt nur noch Hochhäuser sieht. Nichts desto trotz und gerade deshalb ist ja auch ein Hochhausbeirat ins Leben gerufen worden. Daher kann und sollten Hochhausentwicklungen mit Bedacht hier stattfinden dürfen. Wie gesagt mit Bedacht und an der richtigen Stelle. Einige hier im Forum haben diese ja schon benannt. Wenn man dort Hochhäuser baut und wiederum die anderen Strukturen bewahrt, so wird es für alle die beste Lösung sein, kein Rheinhatten aber auch kein Niedergang der Stadt und umso mehr anderer Spielraum bleibt vorhanden.

  2. Der Trend zum Bau von Hochhäusern und der Irrglaube, dass diese Bauform die Lösung aller stadplanerischen Probleme sei, muss gestoppt werden?
    Dieser Trend hat hier in der Stadt doch bisher überhaupt noch gar nicht angefangen… Guck mal in andere Städte und schau dir unser bescheidenes Städtchen dagegen an. Und trotzdem schreien sich die Leute hier was zurecht, was gegen Hochhäuser geht. Kann ich nicht wirklich nachvollziehen.
    Der Bau und die Planung von Hochhäusern treibt die Bodenpreisentwicklung nur an?
    Das machen die bisherigen Bauprojekte die ebenerdig sind doch genau so!
    Hochhäuser bringen auch klimatechnisch und ökologische Probleme mit sich, die nicht mit einer schlichten Begrünung gelöst werden können (Stichworte: Verschattung der Umgebung, Fallwinde, negative Beeinflussung von Frischluftschneisen etc.)?
    Falsch! Klimatechnisch können Sie sehr gut wirken, wenn man sie richtig positioniert und begrünt. Zum Thema Fallwinde kann ich nur so viel sagen, als das seit dem gegenüber von uns ein breiter Gebäudekomplex errichtet wurde es bei mir auf dem Balkon zieht und stürmt das man die Blumen dort gefühlt alle 2-3 Monate wieder neu pflanzen kann. Hintergrund sind die Verschachtelungen zwischen den ganzen Straßen und Häusern die hier die Winde leiten. Das wäre bei einem gegenüber liegenden Hochhaus bestimmt nicht der Fall!
    Frischluft gäbe es auch zur Genüge wenn nicht jeder Meter durch Blockbebauung und Reihenhäuser zu asphaltiert sondern mal mehr in die Höhe geplant würde. Dadurch geht unten bekannterweise weniger Fläche verloren.
    Zum Thema Ästhetik und Individualität bzw. wie viele Hochhäuser Düsseldorf verträgt kann ich nur sagen, so einige. Düsseldorf hat das Privileg, bereits über gute und große Freilufträume und die gewisse Infrastruktur zu verfügen. Nenn mir eine Stadt, die so viele Parks, Waldgebiete, große Rheinwiesen etc. hat? Köln bestimmt nicht, aja und Frankfurt auch nicht 😉 Wenn man daher Hochhäuser richtig platziert und einsetzt werden diese auch kein Problem darstellen.
    Zum Punkt mit dem Dorf in Düsseldorf kann ich nur sagen, dass man die Außenbezirke, die dörfliche Aspekte aufweisen, weiter auch dörflich sein lassen sollte. Hochhäuser werden ja aber nicht in Grafenberg gebaut sondern im städtischen Bereich und da gibt es sowieso keine dörflichen Strukturen.
    Letzter Punkt die Lebensqualität.
    Guckt man sich laut Mercerstudien die Top-Ten der lebensqualitativ stärksten Städte der Welt an, so sieht man das vor uns mit Vancouver eine Stadt liegt, die bei gerade bei 114km2 Fläche nur etwa halb so groß ist wie Düsseldorf und dennoch alles voll hat mit Hochhäusern (das komplette Stadtgebiet). Direkt dahinter kommt (siehe da) Frankfurt. Denen scheint der Hochhausbau auch eher zu nutzen wie zu schaden! Düsseldorf wird auch nicht in der Top Ten liegen, weil man die letzten Jahre klein gedacht hat, sondern eben weil man gegenteiliges gemacht hat. Das muss in jedem Fall weitergeführt werden.

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