Überdeckelungen von großen Trassen überwinden Barrieren und schaffen neue Flächenpotenziale (Einschätzungen des Handwerks)

Grundsätzlich könnte die Überdeckelung von großen Verkehrstrassen neue Flächenpotenziale erschließen, Quartiere verbinden und Lärmemissionen reduzieren. Dabei wäre zunächst zu klären, ob sich ein solches Projekt unter Sicherheitsaspekten überhaupt umsetzen ließe (Statik, Unfälle auf Verkehrstrasse, Vulnerabilität etc.). Hinsichtlich des Herstellungsaufwandes, der Bauzeit und den damit verbundenen Einschränkungen der Nutzbarkeit der jeweils zu überdeckelnden Trassen aber auch der Finanzierung scheint uns eine Umsetzung im großen Maßstab jedoch wenig realistisch.

Mit Blick auf eine spätere Nutzung regen wir an, neben der Realisierung von Frei- und Grünflächen auch eine gewerbliche Nutzung zu prüfen und umzusetzen (wie beispielsweise mit der „Möllerbrücke“ in Dortmund geschehen, wenn auch architektonisch suboptimal gelöst) und dabei auch das Handwerk in Betracht zu ziehen. Das würde sich auch in jenen Fällen anbieten, in denen das Umfeld aufgrund des Verkehrslärms bereits deutlich vorbelastet ist. Da die umliegende Bestandsbebauung zudem z.T. bereits auf den Trassen-Lärm bspw. durch Schallschutz reagiert, können Immissionskonflikte im Bestand gelöst werden. Außerdem könnten die Kosten der Überdeckelung in Teilen durch die produktive Nutzung refinanziert werden.

Chancen bestünden ebenfalls hinsichtlich der Nachverdichtung bestehender Quartiere. So könnten mittels begehbarer Immobilien wie bspw. öffentlicher Flächen im Erdgeschoss weitere Überquerungsmöglichkeiten geschaffen werden. In der Folge entstehen neue Verbindungs-Quartiere auf den Trassen, die zudem im Sinne der Stadt der kurzen Wege an Wohnquartiere anknüpfen und neue Arbeitsorte schaffen.

Handwerkskammer Düsseldorf und Kreishandwerkerschaft Düsseldorf

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