Wirtschaftsfreundliche Großstadt an der Düssel

Wie kann der Verkehr entlang der Düssel gestaltet werden?

Beim (weiteren) Ausbau des Düsselrings muss darauf geachtet werden, dass die großen Verkehrsachsen, die in die und aus der Innenstadt führen, nicht unterbrochen werden. Von daher wird ein kleinräumiger Verlauf im Untergrund an diesen Stellen aufrechterhalten werden müssen.
Perspektivisch beziehungsweise im Sinne einer visionären Gestaltung könnte an geeigneten Stellen auch eine Verkehrsführung über (kleine) Brücken angedacht werden, etwa wie es in Berlin-Mitte beim Kupfergraben der Fall ist. Dort verlaufen an dessen Seite Fuß-/Radwege und unterfahren die großen Verkehrsschneisen zusammen mit dem Kupfergraben. So ist dort gleichzeitig die Funktion der Straßenverkehrswege aufrechterhalten und ein kreuzungsfreier Fuß-/Radweg neben dem Kupfergraben realisiert. Allerdings dürfte diese Lösung, neben den nicht unerheblichen Baumaßnahmen auch wegen der beengten Platzverhältnisse an den meisten Stellen des Düsselrings keine Option sein. Bei einer denkbaren weiter unten angesprochenen Erweiterung am Südende der Prinz-Georg-Straße bis zur Jacobistraße wäre dies jedoch eventuell eine Option.

Welche Hindernisse sind Ihrer Meinung nach zu berücksichtigen?

Es dürfte sich durchweg um Baumaßnahmen in nicht unerheblichem Umfang handeln, deren Finanzierung – auch vor dem Hintergrund der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie – keine hohe Priorität zukommt.
In vielen Bereichen verläuft die Düssel in enger Nachbarschaft zu bestehender Bebauung und unterquert bedeutende Verkehrsachsen. Hier erscheinen grundlegende bauliche Veränderungen kaum realistisch. Ohne Einschränkungen der konkurrierenden (Straßen-)Verkehrsnutzungen, die die IHK kritisch sieht, ist der Raum für Umgestaltungen und der Schaffung eines Erlebnisraums Düssel sowohl räumlich als auch von der zu erwartenden Aufenthaltsqualität sehr begrenzt.
Die Düssel teilt sich in die nördliche und die südliche Düssel in der Nähe des Höherhofes (Vennhausen). Von dort verläuft die nördliche Düssel bis zur Heinrichstraße/ Hallbergstraße weitestgehend offen, wenn auch nicht immer naturnah. Hier teilt sich die nördliche Düssel in den Kittelbach – der in Kaiserswerth in den Rhein mündet und dessen Erlebniswert nicht Bestandteil des Vorschlags ist – und die weitere nördliche Düssel. Letztere durchquert offen den Zoopark, um dann bei der Buscher Mühle die Bahnlinie und die Toulouser Allee zu unterqueren.
Ab dieser Stelle ist die nördliche Düssel kanalisiert/gedeckelt, (Bülowstraße, Sommerstraße, Jülicher Straße) bis sie wieder an der Annastraße ans Tageslicht kommt. Sie verläuft neben der Eulerstraße und dann in der Mitte der Prinz-Georg-Straße zum Hofgarten hin sowie über die Landskrone, unter der Altstadt entlang (Andreasviertel) bis zur Mündung in der Nähe des Schlossturms. Gedeckelt sind dabei nur die Abschnitte Prinz-Georg-Straße zwischen Benedikt-Schmittmann-Straße bis zum Künstlerverein Malkasten sowie ab der Landskrone bis Liefergasse/ Lambertusstraße in der Altstadt. Angesichts dieses Verlaufs, der bestehenden Bebauung und der zu querenden Verkehrswege innerhalb dieses Verlaufs der nördlichen Düssel sehen wir nur sehr begrenzte Möglichkeiten einer Freilegung oder Renaturierung.
Eine Öffnung wurde bereits mit der Verbindung der beiden Hofgarten-Teile nördlich des Schauspielhauses geschaffen. Potential dürfte indes im südlichen Teil der Prinz-Georg-Straße bis zur Jacobistraße, möglicherweise auch in der Mitte der Jacobistraße bis Höhe Malkasten bestehen.
Die südliche Düssel verläuft von der oben angeführten Aufteilung in einem großen Bogen durch Vennhausen, Eller, entlang der A46, Provinzialplatz, Volksgarten, Feuerbachstraße, Karolingerstraße bis zur Benzenbergstraße, bis auf kleinste Abschnitte offen.
Von dort weiter im Untergrund Richtung Fürstenwall, dann fast wieder durchgängig offen Richtung Kaiserteich, Schwanenspiegel und Speescher Graben sowie die letzten Meter wieder verborgen zum Rhein. Auch hier ist der Freilegungspotenzial begrenzt, eine attraktivere Gestaltung des Flusses als Erlebnisraum jedoch möglich. Lange Abschnitte sind bereits von Wegen begleitet, die aber z.B. als ruhige Zone für Radfahrer und Fußgänger attraktiv gestaltet werden sollten.
Die Bebilderung im Raumwerk D stellt insofern nur einen kleinen Ausschnitt und die Beschreibung sicher nicht die ganze Realität der Düssel dar. Denn der weit überwiegende Teil der beiden Düsselteile ist bereits offen, wenngleich teils eng bebaut.

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