1. Düsseldorf ist eine gerechte Stadt

1.1. Düsseldorf macht seine Lebensqualität für alle erlebbar und stärkt die Individualität ihrer Stadtteile und Viertel

Düsseldorf punktet im internationalen Vergleich mit seiner Lebensqualität, die sich in vielen Teilen der Stadt auch in der besonderen Qualität der Stadträume spiegelt. Wie im Stadtmotto „Nähe trifft Freiheit“ auf den Punkt gebracht, verbindet die Landeshauptstadt den menschlichen Maßstab mit metropolitaner Weltläufigkeit, bietet vertraute Nachbarschaft und vielfältige Stadterlebnisse, ist eingebettet in die Landschaftsräume des Rheins und der Terrasse des Bergischen Lands, die von nirgendwo in der Stadt weiter als 15 Minuten per Rad oder ÖPNV entfernt sind.

Allerdings gibt es wie in allen Städten in Düsseldorf Bereiche und Stadtviertel, in denen diese Lebensqualität weiter entfernt scheint – Orte der ökonomischen und stadträumlichen Benachteiligung, in denen sich der Eindruck des „Abgehängt seins“ auch im Stadtbild spiegelt.

Bei der künftigen Entwicklung der Stadt ist der Ausgleich zwischen unterschiedlich strukturierten Räumen entscheidend, um den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu sichern. Das bedeutet, dass in Stadtvierteln, die neben ihrer positiven Eigenart, auch deutliche stadträumliche, soziale sowie stadtökonomische Herausforderungen – z.B. durch Infrastrukturtrassen, Grünraumdefizite oder emittierende Nutzungen (siehe Strukturpläne) – aufweisen, ein besonderes Maß an stadträumlicher Aufwertung erfolgen muss, beispielsweise durch Qualifikation der öffentlichen Räume als „Wohnzimmer“ der Stadtviertel, besondere architektonische Sorgfalt bei städtebaulichen Ergänzungen und die Vernetzung mit benachbarten Frei- und Freizeiträumen sowie Arbeits- und Bildungsstandorten. Im Gegenzug müssen die funktionierenden Stadtviertel einen sozialorientierten Anteil für die Gesamtstadt leisten. Mit dem Prozess Zukunft Quartier. Düsseldorf zur Integrierten Quartiersentwicklung verfolgt die Stadt das Ziel, dass alle Menschen in Düsseldorf in allen Quartieren ähnliche Lebens- und Entwicklungschancen haben und sie gleichermaßen von der Dynamik der Stadt profitieren.

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1.2. Düsseldorf schafft neue räumliche Gemeingüter

Als räumliche Gemeingüter lassen sich alle öffentlichen Räume und Gemeinschaftsorte zusammenfassen – Plätze, Grünräume, Stadtteilzentren, Begegnungs- und Bildungsorte in öffentlicher Hand, Kulturorte und soziale Einrichtungen. Diese Räume sind das soziale Bindegewebe der Stadt, sowohl auf der Ebene der Stadtviertel, als auch auf der Ebene der Gesamtstadt.

Europäische Städte waren und sind dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherung und Entwicklung der räumlichen Gemeingüter einen hohen Stellenwert hat. Auch für Düsseldorfs räumliche Entwicklung spielen sie eine zentrale Rolle. Dabei unterscheidet das Raumwerk zwei Maßstabsebenen von räumlichen Gemeingütern – Orte, die „allen“ gehören und Bedeutung für die Gesamtstadt haben, wie das Rheinufer, die großen Parks und Plätze des Kernbereichs, die Rheinauen, aber auch vielen Orte der Kultur und des Wissens mit ihren urbanen Um- und Vorfeldern. Aber auch auf der Ebene der Stadtviertel gibt es viele kleinteilige, lokal orientierte räumliche Gemeingüter – kleine Grünräume, Bildungs- und Begegnungsräume, Orte der Bewegung und der Freizeit, kleinere Quartiersplätze und die vielen Orte der lokalen Kultur. Auch diese Räume müssen gesichert und ausgebaut werden – insbesondere dort, wo sich die Stadt verdichtet.

Orte und Räume für alle Menschen zu schaffen, bedeutet einerseits konsumfreien Aufenthalt zu ermöglichen und zugleich ein Gefühl der Sicherheit im öffentlichen Raum zu vermitteln. In diesem Zusammenhang müssen auch die Bedürfnisse von Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße mit berücksichtigt werden.

Ein zentrales Instrument zur Stärkung räumlichen Gemeingüter, aber auch zur Sicherungeiner Stadtentwicklung, die allen sozialen Gruppen zugutekommt, ist eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik. Die Landeshauptstadt versteht sich als Investorin in das soziale Gleichgewicht der Stadt. Indem sie Boden für gemeinwohlorientierte und sozial inklusive Nutzungen sichert, nimmt sie ihre Verantwortung wahr, die soziale Inklusivität der Stadt zu sichern. Mit zusätzlichen Instrumenten wie qualitätssichernden Verfahren oder städtebaulichen Verträgen mit Vorgaben der Quotierungsregelung entsprechend des Handlungskonzepts für den Wohnungsmarkt wird sichergestellt, dass private Akteure*innen zur „sozialen Rendite“ ihrer Projekte beitragen.

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1.3. Düsseldorf kultiviert seine sozialen, ökonomischen und kulturellen Nischen und Potenziale

Ein Wesensmerkmal der europäischen Stadt ist es, immer wieder neue Nischenräume und dynamische Potenziale auszubilden. Es sind Orte, die entweder zeitweise an Attraktivität verlieren oder bewusst aus dem Spiel der ökonomischen Dynamik herausgenommen werden. So geben sie Menschen und Aktivitäten Raum, die dem hohen Wertschöpfungsdruck in der Stadt sonst kaum Stand halten würden. Das können Industriebrachen und Infrastruktur-Resträume sein. Es können Orte sein, die dank öffentlicher Unterstützung gemeinwohlorientierten und kulturellen Nutzungen „Raum geben“, bis hin zu den Orten preiswerten Wohnens.

Solche Orte haben eine große Bedeutung auch für Düsseldorf. Sie sind Brutplätze für soziale und ökonomische Innovationen, sie sichern die Inklusivität und damit die soziale und kulturelle Vielfalt (bspw. durch die Wertschätzung und Förderung der OFF-Szene/ Räume) der Stadt. Das gilt insbesondere in einer Stadt, die sich in ihrer Geschichte immer wieder Fixpunkt kultureller Offenheit und Innovation verstanden hat, – sei es unter Jan Wellem oder in der Zeit von Beuys und Kraftwerk. Ohne Nischen oder bewusstes „Raum geben“ wäre das Aufblühen Düsseldorfs als Kulturstadt kaum möglich gewesen. Ein grundlegendes Merkmal vieler Nischen ist ihre Flüchtigkeit. Insbesondere ökonomische und kulturelle Nischenräume entstehen im Zuge von Veränderungsprozessen immer wieder neu, nur wenige Räume wie die Kiefernstraße haben über Jahrzehnte Bestand. Umso mehr gilt es, eine Unterstützungsstrategie für die immer neu entstehenden Nischen zu entwickeln, sie zu ermöglichen und zu kultivieren. Das bedeutet: bestehende Nischen-Orte müssen gesichert und neue geschaffen werden. Wo es die Qualität der Nischenorte nicht gefährdet, sollten sie um Nutzungen angereichert werden, die ihre Wertschöpfungsketten verlängern (z.B. durch das Etablieren von vertikalem Gewerbe im Mix mit Dienstleistungen und Design).

In der fachlichen Auseinandersetzung ist dabei eine differenzierte Betrachtung der diversen Akteursstruktur von besonderer Bedeutung, zudem sind auch die unterschiedlichen räumlichen Prägungen zu berücksichtigen. Die Subkultur/ Offkultur ist überwiegend in Stadtteilen außerhalb der Innenstadt verortet, während städtische Kultureinrichtungen und Angebote wie Kunstpalast, NRW-Forum, Oper oder Schauspielhaus innerstädtisch angesiedelt sind.

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