4. Düsseldorf kultiviert seine grünen Qualitäten und schützt mit aller Kraft Umwelt und Klima

4.1. Düsseldorfs Stadtentwicklung übernimmt Verantwortung bei Klimaanpassung und Klimaschutz

Der sich abzeichnende Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten auf vielen Ebenen und verschärft die heute schon angelegten globalen Ungleichheiten auf dramatische Weise – mit Folgen auch für Städte Europas.

Nicht nur müssen weiterhin alle Anstrengungen unternommen werden, um die auf globaler, europäischer und nationaler Ebene gesetzten Klimaziele zu erreichen. Auch müssen sich Europas Regionen und Städte auf die zunehmend spürbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten.

Parallel dazu ist unsere natürliche Umwelt an vielen Fronten gefährdet. Das Artensterben, die Rodung von Regenwäldern, die Ausbreitung neuer Krankheiten, die Ausbeutung von Rohstoffen aller Art – all diese Phänomene weisen in ein und dieselbe Richtung: unsere Lebensqualität, aber auch unsere Lebensweise steht buchstäblich auf dünnem Eis. Wenn wir nicht beherzt handeln, die Emission von Treibhausgasen reduzieren und die Natur auch durch ein Umdenken im Alltag auf viel konsequentere Weise schützen, werden wir viele unserer zivilisatorischen Errungenschaften nicht an kommende Generationen weitergeben können.

In den Städten liegt der Schlüssel für die Bewältigung dieser Herausforderung. Hier, wo sich Konsum, Produktion und Transport bündeln, hat ein Großteil der Umweltauswirkungen ihren Ausgangspunkt. Und hier, wo in wenigen Jahren mehr als zwei Drittel der Menschen weltweit leben werden, findet man die stärksten Hebel, um der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen entgegenzuwirken.

Unter den weltweiten Vorreitern einer konsequenten Umweltpolitik finden sich seit jeher europäische Städte. Auch Düsseldorf will sich beim Kampf gegen den Klimawandel in die erste Riege der Vorreiterstädte für eine konsequente Umweltpolitik einreihen und seine räumliche Entwicklung danach ausrichten, Treibhausgase zu minimieren, Biodiversität zu sichern und Ressourcen zu sparen. Die folgenden Grundprinzipien der räumlichen Entwicklung sollen helfen, dieses Ziel zu erreichen. 

  • Grundsätzlich soll sich die räumliche Entwicklung der Stadt an den bestehenden ÖPNV-Achsen orientieren. Schienengebundene ÖPNV-Angebote sollen überall in der Stadt in 10 Minuten erreichbar sein (zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus).
  • Durch die Stärkung der kompakten, polyzentralen Siedlungsstruktur und den weitgehenden Verzicht auf weiteres Flächenwachstum (siehe oben) ist teilweise auch das Ziel einer 5-Minuten-Stadt (Zentren müssen in 5 Minuten per Rad, zu Fuß oder per ÖPNV erreichbar sein) zu etablieren – insbesondere in den Stadtteilen des Zentrengürtels.
  • Um das Stadtklima positiv zu beeinflussen und neuen Raum für Biodiversität zu schaffen, soll Stadtnatur auf allen Ebenen in die Stadt geholt werden – im Zuge der Entsiegelung von untergenutzten Verkehrsflächen, durch intensive Dach- und Fassadenbegrünung auch in Bestandsquartieren und durch die Schaffung neuer Biotope und Klimasenken auf Restflächen von Infrastrukturräumen oder Brachen.
  • Bei der Gestaltung öffentlicher Räume soll grundsätzlich die Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels mit bedacht werden – Hitze und Starkregenereignisse müssen als gestaltende Faktoren ernst genommen werden und als Chance zur Schaffung neuer Freiraumqualitäten verstanden werden.
  • Neue Quartiere sollen überwiegend auf erneuerbare und lokale Energiequellen zurückgreifen. In bestehenden Stadtteilen soll die Verwandlung in klimagerechte Stadtteile mit Prozessen, wie dem Zukunftsviertel Friedrichstadt/ Oberbilk, mit vielen Partnern umgesetzt werden.
  • Aktuellen Fragen des Überflutungsschutzes ist ebenfalls Rechnung zu tragen. Immer häufiger verdeutlichen Extremwetterereignisse die Auswirkungen des Klimawandels, meist mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Städte und Regionen. Daher sind insbesondere in stark versiegelten Arealen Düsseldorfs zielführende städtebauliche Lösungen zu entwickeln und bei zukünftigen Entwicklungen standartmäßig zu etablieren, um den Herausforderungen in allen Stadträumen konsequent zu begegnen.
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4.2. Düsseldorf schützt seine Landschafts- und Grünraum-Qualitäten und schafft Begegnungsräume für Mensch und Natur

Die Möglichkeit der Begegnung von Mensch und Natur ist eines der Grundprinzipien der europäischen Stadt. Wie viele europäische Städte ist auch Düsseldorf von seinen Natur- und Grünräumen geprägt, die sich auf vielfältige Weise mit der Siedlungsstruktur der Stadt verzahnen. Dieses Grundprinzip der Verzahnung von Stadt, Stadtgrün und Landschaft soll durch die künftige Entwicklung der Stadt gestärkt werden.

Zunächst ist die „blaugrüne“ landschaftliche Einbettung der Stadt zu nennen. Im Osten wird die Stadt durch die „Bergische Terrasse“ mit ihren sanften, aber bewegten Hügeln und kleinen Wäldern gerahmt, im Westen wird sie durch den Rhein geprägt, der mit seinen in Düsseldorf besonders ausgeprägten Rheinschleifen eine vielfältige „Stadtküste“ ausbildet, die mal urbanen, mal naturräumlichen Charakter hat.

Diese großräumige blaugrüne Prägung der Stadt setzt sich in den Stadtvierteln auf vielfältige und kleinteilige Weise fort – zuvorderst entlang der Düsselarme, die künftig als „Düsselring“ zu einer wichtigen neuen Freiraumstruktur in der Stadt weiterentwickelt werden sollen. Aber auch in vielen Parks prägt das Miteinander von Wasser und Grün das Stadtbild – eine Qualität, die im Zuge der Innenentwicklung der Stadt und der Grünverbinder des Grünordnungsplans „Rheinverbunden“ weiter zu einem „blaugrünen Netz“ (siehe Raumgerüst) ausgebaut werden soll.

Bei der Realisierung dieses Netzes steht die Zugangsgerechtigkeit zu Freiräumen an vorderster Stelle. Das blaugrüne Netz muss insbesondere dort gestärkt werden, wo die Versorgung mit Freiräumen heute nicht ausreichend ist. Dabei ist nicht nur auf die Sicherung vorhandener Räume sondern auch eine vielfältige und attraktive Gestaltung dieser sowie neuer Räume für unterschiedlichste Nutzergruppen zu berücksichtigen. Die Möglichkeit für eine nachhaltige Nutzung für Sport- und Freizeitangebote ist dabei mitzudenken. 

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