5. Düsseldorf gibt Produktion, Innovation und kultureller Kreativität auf neue Weise Raum

5.1. Düsseldorf schützt die Fundamente ihrer wirtschaftlichen Strahlkraft und schafft neue Orte urbaner Produktion

Europas Städte sind auch in Zeiten der Wissensökonomie Orte einer diversifizierten Wertschöpfung geblieben, in der die Produktion von Gütern einen hohen Stellenwert einnimmt. Dabei geht es um weitreichende Wertschöpfungsketten, die Wissen, Design, Produktion und Dienstleistung integrieren.

Auch Düsseldorf ist als Finanz-, Kreativ- und Dienstleistungsstadt zugleich von starken industriellen Akteure*innen geprägt, die weiterhin das Rückgrat der Stadt bilden. Zugleich wächst Düsseldorfs Bedeutung als Start-Up und Technologiestandort mit der Perspektive, dass urbane Produktion künftig ein bedeutenderer Faktor der Düsseldorfer Wertschöpfung wird.

Für die räumliche Entwicklung der Stadt bedeutet das: Düsseldorf muss sein industrielles Rückgrat und auch weiterhin Orte für Produktion sichern, die nicht in Nutzungskonflikte geraten (Rath, Lierenfeld, Holthausen). Zugleich müssen neue, urban eingebettete Cluster der kleinteiligen und stadtverträglichen Produktion entwickelt werden (zum Beispiel in Unterbilk, Bilk, Oberbilk oder Rath – siehe Raumgerüst).

Abgerundet wird das Bild von Messe, Flughafen und Hafen, die weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Gateway-Funktion der Stadt liefern. Sie müssen weiterhin ihre Rolle für die Stadt spielen, sollten aber in ihrer Funktionalität weitergedacht werden. Insbesondere den Hafen gilt es, als Teil der urbanen Entwicklung im Süden Düsseldorfs weiterzuentwickeln – wobei nach Wegen gesucht werden muss, Hafen- und Stadtentwicklung stärker als bisher zu integrieren.

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5.2. Düsseldorf entwickelt eine gute Arbeitsplatzstruktur in einer effizienten Vernetzungsstruktur weiter in einer Stadt der kurzen Wege

Neben der historisch gewachsenen industriellen Prägung der Stadt ist die diverse Arbeitsplatzstruktur Düsseldorfs eine der fundamentalen Stärken. Als wirtschaftlicher Hotspot Europas mit ca. einer halber Millionen Unternehmen in einem Radius von einer Stunde sowie mehr als 38.000 Unternehmen in Düsseldorf liegt eine hohe Anziehungskraft für Arbeitnehmer vor. 

Zeitgleich ist der Wirtschaftsstandort Düsseldorf durch eine besondere Nähe der Akteure*innen zueinander geprägt. Die vielfältigen, kleinräumigen lokalen Netzwerke ermöglichen ein hohes Maß an Synergien zwischen Unternehmen und tragen entscheidend dazu bei, das Ideal einer Stadt der kurzen Wege zu realisieren. Diese Qualität soll durch das Raumwerk langfristig gesichert werden. 

Stellvertretend für die hohe Diversität auch in diesem Bereich sind internationale Alleinstellungsmerkmale wie die größte japanische Community innerhalb Kontinentaleuropas mit mehr als 400 japanischen Unternehmen oder die umfangreiche und vielfältige lokale Kultur- und Kreativwirtschaft. Allein hier finden sich fast 30.000 Beschäftigte in über 4.300 Unternehmen. Dabei sind mehr als 1/10 der Düsseldorfer Unternehmen im Kultur- und Kreativbereich verortet.

Der Bedeutung dieser prägenden Vielfalt für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf in Stadt, Region, National sowie International gilt es auch in der räumlichen Entwicklung der Stadt Rechnung zu tragen.

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5.3. Düsseldorf gibt der digitalen Transformation Raum und nutzt sie für bessere Infrastrukturausnutzung

Die digitale Transformation ist eine zentrale Chance und zugleich eine Herausforderung für Städte weltweit. Sie hat durch die Corona-Pandemie noch einmal einen deutlichen Entwicklungsschub erhalten. Nicht nur gibt es die Möglichkeit, urbane Systeme und Transaktionen effizienter und bedarfsgerechter zu steuern. Durch die digitale Transformation verändern sich auch die ökonomischen Kräfte und gesellschaftlichen Bedürfnisse sowie die Anforderungen von Menschen und Unternehmen an den Stadtraum.

Neue Formen der digital gesteuerten Produktion erlauben in höherem Maße urban eingebundene Standorte, können aber aufgrund ihrer Kleinteiligkeit die Mobilitätsnetze der Stadt vor neue Herausforderungen stellen.

Zugleich verändert das „Digitalleben“ im Alltag unsere Raumwahrnehmung und manche Nutzungsmuster: Orte, deren Funktion sich zunehmend in den digitalen Raum verlagert, müssen sich neu erfinden oder werden obsolet (z.B. Handelsstandorte oder öffentliche Servicecenter), wohingegen Orte, die eine Konvergenz von digitaler und analoger Welt bieten, an Bedeutung gewinnen (z.B. öffentliche Räume, die durch Verschneidung von digitaler Information mit dem physischen Raum (Mixed Reality) einen guten Zugang zur digitalen Sphäre bieten oder kombinierte Formen von Online- und stationärem Handel).

Die zukünftige Entwicklung der Stadt muss der digitalen Transformation im wahrsten Sinne des Wortes „Raum geben“. Es müssen Orte und Räume geschaffen werden, die neuen Geschäftsmodellen, Nutzungsanforderungen und Umfeldbedürfnissen einer zunehmend digital aktiven Gesellschaft Rechnung tragen. Insbesondere der Trend hin zu digital gesteuerter Kleinserienproduktion und verlangt nach neuen gewerblichen Produktionsorten, die stärker ins urbane Umfeld eingebunden sein können. Diese Orte und Räume müssen den kurzen Innovationszyklen einer digitalisierten Gesellschaft „folgen“ können, also sich flexibel neuen Start-Ups und ihren Ansprüchen an den Raum anpassen lassen. Bei der Sicherung von Flächenansprüchen und Standortbedingungen z.B. für Gewerbe, Wohnen oder Mobilität müssen deshalb nicht allein die heutigen Anspruchsprofile zugrunde gelegt werden. Vielmehr müssen Veränderungen von Nutzungsansprüchen durch technologische Entwicklung mitbedacht werden.

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