7. Raumentwicklung ist ein lebendiger Prozess

7.1. Haltung bewahren und notwendige Strukturen entwickeln

In den ersten sechs Grundwerten wurden die inhaltlichen Leitgedanken und „Konstanten“ der räumlichen Entwicklung Düsseldorfs aufgefächert. Diese Leitgedanken sind untrennbar mit der Frage verbunden, mit welcher Haltung und welchem Selbstverständnis die räumliche Stadtentwicklung Düsseldorfs vorangetrieben werden soll. Auch für diese Frage lehnt sich das Raumwerk an die Neue Leipzig-Charta an und definiert grundlegende Qualitäten und Werkzeuge des Gestaltens, die in vielen Planungsprozessen bereits Grundlage der Stadtentwicklung sind und sich projektübergreifend verstetigen sollen.

Im physischen Raum der Stadt kommen die unterschiedlichsten fachlichen Themen und Politikfelder zusammen. An konkreten Orten und in Projekten realisieren sich die Chancen, die sich aus dem Zusammenspiel von sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Impulsen ergeben. Hier werden aber auch die Konflikte zwischen unterschiedlichen Zielen der Stadtentwicklung sichtbar – und, hier müssen sie gelöst werden. Um die Ansprüche der unterschiedlichen Politikfelder auszubalancieren, muss die räumliche Entwicklung immer integriert, also im Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen und Fachperspektiven erfolgen, sei es auf der Ebene Gesamtstadt oder auf der Ebene der Stadtviertel.

Für die Raumentwicklung Düsseldorf soll der in der Neuen Leipzig Charta beschriebene Grundmodus des „Mehrebenen-Handelns“ gelten. Das bedeutet: Die Entwicklung der Stadt soll durch ein Zusammenspiel der unterschiedlichen Ebenen politischer Gestaltung erfolgen (Stadtteil, Kommune, Region). Dabei soll das Prinzip der Subsidiarität gelten: auf jeder höheren Ebene wird nur das festgelegt, was zwingend nicht auf der unteren Ebene verhandelt werden kann. Dabei sollte insbesondere die Ebene der Stadtviertel und der Stadtregion deutlich gestärkt werden.

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7.2. Düsseldorf schafft Flexibilität und Robustheit durch umfassende sich verstetigende Beteiligung

Die Gestaltung der Stadt, ihrer Räume und konkreten Orte, ist eine Aufgabe der Stadtgesellschaft als Ganzes. Bürger*innen, Unternehmen, Institutionen der Bildung, Wissenschaft und Kultur, soziale Einrichtungen, des Sports und der Gesundheit gestalten die Stadt mit ihren täglichen Entscheidungen und ihrer Energie ebenso mit, wie die vielen politischen Akteure*innen der Stadt und die Träger*innen der vielfältigen Infrastrukturen. Dementsprechend muss die räumliche Entwicklung Düsseldorfs grundlegend partizipativ und als gemeinsames Aushandeln erfolgen. Hierbei spielt eine zielgruppengerechte und verständliche Ansprache beispielsweise von Wirtschaftsunternehmen, Kultureinrichtungen oder von Kindern und Jugendlichen eine entscheidende Rolle, um eine umfassende und transparente Beteiligung gewährleisten zu können und die Aussagen des Raumwerk D vor Ort konkretisieren zu können.

Beim Raumwerk D wurde die umfassende und frühzeitige Beteiligung bereits seit Beginn umgesetzt, sodass es auf einer umfassenden analogen und digitalen Beteiligung aller Interessierten beruht. Durch das langfristige Fortsetzen dieses Ansatzes, mithilfe eines kontinuierlichen und breit aufgestellten Dialogs, wird sich das Konzept zudem ständig weiterentwickeln, verbessern, konkretisieren und den Anforderungen der Stadtgesellschaft gerecht. Dementsprechend muss dem Verhandeln und Gestalten ein stetiger und verlässlicher Rahmen geschaffen werden. Das Raumwerk D versteht sich als dieser Rahmen – als ein lebendes Werk, das neuen Zukunftsfragen und Dynamiken „Raum geben“ muss. Die räumliche Entwicklung Düsseldorfs ist somit ein fortlaufender Prozess, der nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen ist.

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