Mal abgesehen von der nur schwer zu durchdringenden Aufbereitung der Thematik (soll das abschrecken????) werden die wirklich drängenden Fragen nicht adressiert. Schaut man sich die Konzepte für den Norden an sieht man doch nur ein ‚Weiter so‘ im Sinne der 50-iger Jahre: Flächen zubauen. Da wird ein handverlesener Kreis von ‚Investoren‘ und deren Hofstaat und politische Interessenvertreter reich(-er) gemacht, die Kosten, die durch die Bodenversiegelung, die Explosion der Verkehrsströme, die Vernichtung von Kaltluftentstehungszonen und Erholungsräumen entstehen werden aber vergemeinschaftet. Wo soll dieser irrsinnige Verkehr sich denn abspielen? Auf der bereits mehr als überlasteten U 79? Und was ist mit dem Koalitionsvertrag zwischen den herrschenden Ratsparteien – Erhalt des Charakters der Stadtteile? Entstehen wird Einbrungen 2.0, Billigstarchitektur mit Alibidachbegrünung. Zur Erinnerung hier mal Auszüge aus der Kooperationsvereinbarung CDU UND BÜ 90 / DIE GRÜNEN

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Wir Menschen nutzen und gestalten unsere Umwelt auf vielfältige Weise. Eine gute und umfassende Umweltpolitik für Düsseldorf geht daher über den Klimaschutz hinaus. Wir richten unser Augenmerk etwa auch auf Artenschutz, Biodiversität und Tierwohl und auf den Einsatz für saubere Luft, saubere Gewässer und Ressourcenschonung durch Abfallvermeidung und
nachhaltige Beschaffung und Bauweise.

S. 22
‚ Frische und saubere Luft: Wir wollen dauerhaft ein verträgliches Stadtklima sichern. Dazu schützen und stärken wir Frischluftschneisen und Frischluft-Entstehungsgebiete auf der Grundlage der Düsseldorfer „Planungshinweiskarte“.‘ – In Kaiserswerth sollen die Frischluftschneisen aber zugebaut werden!

S. 51
Charakter der Stadtteile: Wir wollen den Charme und den eigenständigen Charakter
der Düsseldorfer Stadtteile bewahren und behutsam weiterentwickeln. – Was ist behutsam an der geplanten ‚Entwicklung‘ von insbesondere Kaiserswerth und Angermund?

‚Kreative und zukunftsweisende Stadtplanung: Mit Hilfe einer intelligenten Stadtplanung wollen wir zukünftig insbesondere innovative Ansätze verfolgen und ein maßvolles Wachstum gewährleisten, das zu Düsseldorf passt. Häuser wollen wir maßvoll aufstocken und ausbauen, Baulücken schonend schließen, Parkplätze, Verkehrsflächen, Supermärkte und – wenn möglich – auch technische Anlagen überbauen. Es gilt der Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung‘ . – Warum fängt man nicht mal damit an, statt immer neue und unersetzliche Freiflächen zur Versiegelung freizugeben?

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‚Schutz wertvoller Flächen: Wertvolle Grün-, Wald- und Freiflächen und Frischluftschneisen sollen erhalten bleiben und nicht zugebaut werden. Neue Baugebiete auf der grünen Wiese lehnen wir ab‘ – wo genau wird denn die Bebauung einer Freifläche auch mal abgelehnt?

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‚ Infrastruktur: Bei der Weiterentwicklung Düsseldorfs muss die Infrastruktur wie z. B. von
Nahversorgung, Kindergärten, Schulen, Sportflächen, Nahverkehr u. Ä. zwingend mitwachsen und in den Planungsprozess von Beginn an eingebunden sein.

Mobilität: Bei der Entwicklung neuer Gebiete muss die ÖPNV-Erschließung direkt mitgeplant werden. Auch setzen wir uns für den Bau von Quartiersgaragen zur Entlastung des Straßenraums ein. Wir entwickeln darüber hinaus ein stadtweites, quartiersbezogenes Parkraum-Management und planen Mobilstationen (→ Mobilität).‘ : Was ist denn bitte ein ‚ein neues Gebiet‘ ? Die vielen unter dem Radar der Öffentlichkeit laufenden Maßnahmen addieren sich zu beachtlichen und bereits jetzt spürbaren Verkehrsströmen. Die Bebauung und Versiegelung weiterer Wiesen ist geplant, von Verkehrskonzept ist nichts zu sehen. Erst Bauen, dann schauen wir mal.

S. 54
‚ Fokus auf das Quartier: Für uns stehen die Quartiersansätze im Vordergrund. Daran muss sich die Planung orientieren. „Briefmarkenplanungen“ ohne die Berücksichtigung der Bedarfe des Quartiers und ohne Integration ins Quartier erachten wir als nicht zielführend. Bei größeren Baumaßnahmen soll künftig zusätzlich zu dem Realisierungsteil der eigentlichen Maßnahme ein Ideenteil für das Umfeld analysiert werden.‘- Ein schöner Traum.

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‚Klimawandelgerechte Stadtplanung und Stadtentwicklung: Stadtplanung und Stadtentwicklung in Düsseldorf müssen sich intensiver an die veränderten Klimabedingungen anpassen. Wir sichern die Frischluftschneisen und streben eine stärker begrünte Stadt an, die kommende Hitzesommer besser abkühlt. Starkregen und anderen Extremwettern wollen wir dadurch begegnen, dass wir uns planerisch an dem Konzept „Schwammstadt“ orientieren. Zur Untersuchung und Bewertung der klimatischen Situation im Stadtgebiet wollen wir die Planungshinweiskarte auf den neuesten Stand der Klimaanalysen bringen. Gleiches gilt für die Bodenfunktionskarte zugunsten des Bodenschutzes.

Klimaneutral planen: Wir möchten dafür sorgen, dass künftig von Schritt eins an klimaneutral geplant wird. Dieser Grundsatz soll in die Bauleitplanung aufgenommen werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt wollen wir aufsetzen.‘ Wie kann denn die Versiegelung so großer Freiflächen wie im Norden geplant ‚klimaneutral‘ gestaltet werden? Das ist Augenwischerei.

Klimaszenarien bewerten: Bei Planungsvorhaben sollen in frühen Stadien Klimaszenarien zur Abschätzung von Auswirkungen des Klimawandels bewertet werden.‘ Wo sind diese?