Die Qualität von Angermund wird bestimmt durch den dörflichen Charakter, die Grünflächen drumherum, die von Tieren und Menschen genutzt werden. Hier wohnen Menschen (oder ziehen hier hin), weil sie möchten, dass ihre Kinder im Grünen spielen, sich mit dem Fahrrad bewegen können, über Felder laufen etc. Genauso wie Menschen, die mit ihren Hunden spazieren gehen oder auch ohne, joggen oder auch einfach den freien Blick genießen und dringend brauchen. Diese Frischluftschneise um das Dorf ist eine lebensnotwendige Lunge nicht nur für die Anwohner aus Angermund, sondern für die ganze ansonsten so dicht besiedelte Region. Eine weitere Versiegelung zerstört diesen Charakter des dörflichen, zerstört den Lebensraum von tausenden Tieren, wie zum Beispiel Fledermäusen, Sing- und Zugvögeln, die hier Zwischenstation machen. Gerade die Gebiete nördlich und südlich der Krone müssen aus diesen Gründen unbedingt unbebaut erhalten bleiben und nicht zum Spielball von Investoren werden. Statt einer weiteren Bebauung, deren Notwendigkeit ohnehin nun ganz neu bewertet werden müsste, wo sich im Zentrum der Stadt neuer Wohnraum durch weniger benötigte Bürofläche mit der Umstellung auf langfristige Homeoffice-Lösungen ergeben müsste, sollte lieber der Ausbau von Mobilitätsmöglichkeiten jenseits des Autos befördert werden. Würde die S 1 doppelt so oft fahren, würden viel mehr Menschen das Auto stehen lassen. Carsharing-Möglichkeiten oder auch e-Scooter und -Roller müssten auch in oder bis nach Angermund nutzbar sein. Lärmschutz ist ein wichtiges Thema, was die Lebensqualität hier beeinflusst. Zumindest mit Lärmschutzwänden, noch besser mit einer Tunnellösung. Sehr gewundert habe ich mich über den zweiten Discounter in Angermund. Den brauchte wirklich keiner. Dagegen fehlt eine Drogerie. Auch die Gastronomie könnte gefördert werden.
Fazit: Wir müssen bei der Planung an die nächste Generation denken und nicht an einzelne Investoren. Wir sind unseren Kindern eine Zukunft schuldig, müssen den Lebensraum nachhaltig gestalten, ohne versiegelte Flächen, stattdessen mit mehr Frischluftschneisen. Also Finger weg von den Grünflächen. Konzentration auf nachhaltige Verkehrskonzepte, die die Umwelt entlasten.