Flächenknappheit und Bevölkerungswachstum verbunden mit dem Planungsgrundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ zu betreiben, machen es notwendig im bestehenden Siedlungsraum Potenziale zur Deckung des zusätzlichen Flächenbedarfs für die unterschiedlichsten Nutzungen zu suchen. Dies kann im Bestand durch behutsames Weiterbauen und Ergänzen geschehen, je nach Lage und Umgebung in unterschiedlicher Intensität.

Nachfolgende sind die drei Abstufungen bzw. Intensitäten vorgestellt.

Stadt intensivieren: Räume des tatkräftigen Weiterbauens

In den Räumen des tatkräftigen Weiterbauens kann der dynamischen Entwicklung Düsseldorfs besonders gut Raum gegeben werden. Hier treffen Möglichkeitsräume des Weiterbauens auf einen Bedarf an städtebaulicher Aufwertung und funktionaler Anreicherung. Entsprechend geht es in diesen Räumen nicht um bloße Nachverdichtung, sondern die Entwicklung des Bestands zu lebendigen, gemischt genutzten Nachbarschaften, die Düsseldorf insgesamt bereichern. Ergänzend zu diesen Räumen gibt es bereits identifizierte Stadterweiterungen und laufende größere Quartiersentwicklungen, die ebenso wichtiger Teil der dynamischen Entwicklung Düsseldorfs sind.

Kriterien für die Abgrenzung

  • Siedlungen der 50er- bis 70er-Jahre oder offene Zeilenstrukturen mit Potenzial an funktionaler und städtebaulicher Ergänzung
  • Gemengelagen aus Nachkriegssiedlungen, Gewerbelagen und Einfamilienhaussiedlungen mit Potenzial zum klimagerechten Weiterbauen
  • Voraussetzung: Gute Anbindung an die umgebenenden Zentrenbereiche und an das SPNV-Netz – oder Lage am Urbanen Netz

Generelle Handlungsprinzipien

  • Prüfung der Optionen für das Weiterbauen im Dialog mit Akteure*innen und der Bevölkerung
  • Jedes Weiterbauen muss dem Prinzip der vierfachen Innenverdichtung folgen:
    1) Möglichst gemischt genutzte Nachverdichtung,
    2) Schaffung neuer sozialer Infrastruktur,
    3) Entwicklung eines Mobilitätswende-orientierten Quartiers-Mobilitätskonzepts,
    4) Aufwertung der Grünflächen und klimagerechte Gestaltung der öffentlichen Räume

Strukturen ergänzen:
Räume der städtebaulichen Aufwertung & Stabilisierung

In Räumen der städtebaulichen Aufwertung steht die Entwicklung neuer stadträumlicher Qualitäten im Vordergrund des Weiterbauens. Neubauten, Aufstockungen oder Lückenschlüsse sind hier erwünscht – aber nur, wenn sie die bestehenden Strukturen nicht in ihrem Charakter grundsätzlich verändern und neue ökonomische, soziale und kulturelle Impulse im Stadtviertel setzen.

Kriterien für die Abgrenzung

  • Siedlungen der 50er- bis 80er-Jahre mit Bedarf an funktionaler, stadträumlicher und / oder sozialer Aufwertung und Defiziten in Bezug auf Nahversorgung

Generelle Handlungsprinzipien

  • Fokus auf qualitativer Ergänzung der vorhandenen Baustrukturen – durch neue Wohntypologien (z.B. Clusterwohnen, Generationenwohnen oder Baugemeinschaften), wohnergänzende Nutzungen und soziale Infrastrukturen
  • Freiraumgestalterische Aufwertung der öffentlichen Räume, Schaffung von Treffpunkten im öffentlichen Raum
  • Reduzierung des ruhenden Verkehrs
  • Stärkung von Angeboten der geteilten Mobilität
  • Integration von Mikro-Logistikhubs

Kleine Akupunkturen: Räume des behutsamen baulichen Ergänzens und des Verbesserns von Freiraumqualitäten

In den Räumen des tatkräftigen Weiterbauens kann der dynamischen Entwicklung Düsseldorfs besonders gut Raum gegeben werden. Hier treffen Möglichkeitsräume des Weiterbauens auf einen Bedarf an städtebaulicher Aufwertung und funktionaler Anreicherung. Entsprechend geht es in diesen Räumen nicht um bloße Nachverdichtung, sondern die Entwicklung des Bestands zu lebendigen, gemischt genutzten Nachbarschaften, die Düsseldorf insgesamt bereichern. Ergänzend zu diesen Räumen gibt es bereits identifizierte Stadterweiterungen und laufende größere Quartiersentwicklungen, die ebenso wichtiger Teil der dynamischen Entwicklung Düsseldorfs sind.

Kriterien für die Abgrenzung

  • Monofunktional geprägte Einzelhaus- und Reihenhausgebiete mit Potenzial zum klimagerechten Weiterbauen
  • Gemengelagen unterschiedlicher Wohntypologien mit Schwerpunkt auf Einzel- und Reihenhäusern 

Generelle Handlungsprinzipien

  • Ermöglichung der Nachverdichtung auf dem eigenen Grundstück bei Grundstücken oberhalb einer Größe von 500 qm und einer GRZ unter 0,2
  • Ermöglichung von nicht störenden gewerblichen Angeboten (Individueller Lebensmittelhandel, Co-Working, kleine Handwerks- und Reparaturbetriebe, Bildungs- und Gesundheitsangebote)
  • Reduktion des ruhenden Verkehrs, Intensivierung der Parkraumbewirtschaftung 
  • Stärkung von Angeboten der geteilten Mobilität
  • Integration von Mikro-Logistikhubs

Deine Stimme zur Entwicklungsaussage

Welchen Baustrukturtyp würdest du weiterentwickeln und mit welchen Maßnahmen?

Das haben andere Teilnehmende geantwortet ...

  • Stadt weiter bauen / allgemeines Feedback ·
was im Düsseldorfer Norden geschieht ist eher mit einer Brechstange als mit einer „behutsamen“ Entwicklung zu beschreiben. Entscheidungen werden intransparent und ohne Einbindung der Bürger getroffen. Die Politik setzt sich nicht mit den Bedürfnissen der Anwohner auseinander.
  • Stadt weiter bauen / allgemeines Feedback ·
„behutsames arrondieren“ und funktionale Anreicherung sind doch nur Synonyme zur weiteren Versiegelung bestehender Freiflächen. Warum wird nicht zunächst über Innenverdichtung nachgedacht?
  • Stadt weiter bauen / allgemeines Feedback ·
Man hat nicht den Eindruck, dass „behutsam“ entwickelt wird. Es werden alle bestehenden Lücken gefüllt und Freiräume bebaut. Gerade zwischen Wittlaer und Kaiserswerth soll ein riesiges Gebiet bebaut werden, das dann beide Stadtteile miteinander verbindet. Man muss wirklich befürchten, dass der sonst so betonte ländliche Charakter des Düsseldorfer Nordens verloren geht.
  • Stadt weiter bauen / allgemeines Feedback ·
Man kann den Siedlungsbereich durch behutsames Bebauen weiter verdichten und den Bereich weiter entwickeln. Meiner Ansicht wird aber schon too Much genehmigt. Diese Vorortsituation sollte erhalten bleiben mit viel Grün um und zwischen den Häusern. Vielerorten werden Villen auf handtuchgrossen Grundstücken genehmigt. Hausbreiten von unter 7Metern, das werden die Slums des 21.Jahrhundert. Der Erholungswert auf dem eigenen Grundstück sinkt rapide, auch durch die größere Nähe zum Nachbarn. Auf gar keinen Fall sollten die Grünflächen zwischen den einzelnen Ortsteilen bebaut werden, hier ist weniger mehr!
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